Kommunalwahlen in Nickenich

Bis zum Ende der Monarchie 1918 galt in Preußen das nach der Revolution 1848/49 eingeführte Dreiklassenwahlrecht. Die Wähler besaßen ein nach Steuerleistung in drei Abteilungen (Klassen) abgestuftes Stimmengewicht. Die Wahl war nicht geheim. Das Prinzip des Wahlrechts stammte aus Frankreich, wobei es in Deutschland auf kommunaler Ebene bereits 1845 in der stark französisch geprägten Rheinprovinz eingeführt wurde.

Nach dem Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 5. Dezember 1911, der ersten nach den Kommunalwahlen vom 26. Oktober 1910, kamen unter dem Vorsteher Schlaus,

Schlaus 

folgende Verordnete zusammen:

Görgen, Nikolaus, Lohner, Müller, Krings, Kärling, Luxem, Schmitz, Weiler, Stein, Breitbach, Görgen, Josef. Gruppen- bzw. Parteizugehörigkeiten sind nicht erwähnt.

 

Im Protokoll vom 25.4.1915 wird die Wahl vom 28.11.1914 als gültig anerkannt. Als Verordnete werden neben dem Vorsteher Schlaus aufgeführt:

Müller, Luxem Degen, Schäfer, Schmitz, Lohner, Krings, Matth., Breitbach, Krings, Joh. Jos., Görgen, Stein. Auch hier keine Gruppenzuordnung festgehalten. Einen Hinweis auf das Dreiklassenwahlrecht gibt nachstehender Auszug aus dem Protokoll:

„Nachdem die am 28. November stattgehabten Neuwahlen zum Gemeinderat als gültig anerkannt worden sind, wurden die gewählten bzw. wiedergewählten Personen,

und zwar aus der dritten Abteilung die Herren Nikolaus Stein, Karl Breitbach und aus der zweiten Abteilung die Herren Johann Karl Lohner, Matthias Krings und aus der ersten Abteilung die Herren Johann Josef Luxem, Josef Görgen,

mittels Handschlag an Eidesstatt bzw. unter Verweisung auf die früheren…………….in ihr Amt eingeführt.“

 

Nachstehend die Kommunalwahlergebnisse in Nickenich nach Einführung des allgemeinen und geheimen Wahlrechts:

 

19.10.1919

Vereinigte Arbeiter: 5 Mandate = 41,67 % der Mandate*

Vereinigte Bürgerparteien: 7 Mandate = 58,33 % der Mandate**

Mandatsträger:

* Schuld, Gesell, Schmitt, Wertgen, Marx

**Krings, Schäfer, Görgen, Bous, Andernach, Krings M., Saftig

Vorsteher: Johann Masberg (1. Protokollerwähnung als Vorsteher: 18.10.1918, Vorsteher bis 19.12.1928

04.05.1924

Gewählte Verordnete:

Arnulf Müller, Johann Bous, Nikolaus Stein, Johann Saftig, Matth. Engel, Johann Göbel, Johann Schuld, Johann Klein, Heinr. Bous, Peter Gesell, Karl-Ignaz Müller, Johann Sattler

Partei- oder Gruppenzugehörigkeit sowie prozentuale Stimmenanteile sind nicht aus dem Gemeinderatsprotokoll vom 27.5.1924 ersichtlich. Vergleicht man die Namen mit der vorangegangenen und der nachfolgenden Wahl, erreichte eine „Arbeiterliste“ mind. 6 Mandate und eine Bürgerliste“ mind. 4 Mandate. 2 Namen (Joh. Göbel und Johann Klein) sind hiernach keiner Gruppierung eindeutig zuzuordnen.

Johann Masberg wurde in der Sitzung des Gemeinderates am 27.5.1924 als Vorsteher wiedergewählt, zu seinem Stellvertreter Arnulf Müller, Liste Handwerk und Gewerbe. Bereits am 10.7.1924 wurde lt. Protokoll in der Gemeinderatssitzung Johann Masberg „durch Zuruf“ zum Gemeindevorsteher und Johann Sattler, Arbeiterliste, zum stellv. Gemeindevorsteher, ebenfalls „auf Zuruf“, gewählt. Beide Wahlen erfolgten einstimmig. Warum diese Wahlen, nach der doch schon am 27.5.1924 vorgenommenen Wahlen zum Gemeindevorstand nochmals notwendig wurden, geht aus dem Protokoll nicht hervor. Möglicherweise hat man dem Umstand nachträglich Rechnung getragen, dass die Arbeiterliste mindestens die Hälfte der Mandate errungen hatte und damit ihren Anspruch auf entsprechende Positionierung durchsetzte. Johann Masberg ist nämlich eher einer Liste Handel und Gewerbe zuzuordnen und damit hätte diese Liste eine unverhältnismäßig starke Präsenz in der Besetzung des Gemeindevorstandes gehabt.

17.11.1929

Stimmberechtigt: 1124, abgegebene Stimmen: 823, davon

Haus- und Grundbesitzer: 224 Stimmen = 27,2 % = 3 Mandate*

Handwerk und Gewerbe: 170 Stimmen = 20,7 % = 2 Mandate**

Arbeitervereinigung: 400 Stimmen = 48,6 % = 7 Mandate***

Ungültige Stimmen: 29 = 3,5 %

Mandatsträger:

*Franz Adams, Karl-Ignaz Müller, Johann Bous als Vertreter der Landwirte

** Arnulf Müller, Josef Schwarz als Vertreter der Gewerbetreibenden

***Johann Schuld, Math. Engel, Math. Waldecker, Nikolaus Henn, Johann Sattler, Jakob Windheuser, Oswald Gesell als Vertreter der Arbeiter

Zum Vorsteher wurde Johann Schuld gewählt, der dieses Amt bis zu seinem Tode im Jahre 1931 innehatte. Sein Nachfolger Oswald Gesell führte das Amt bis zum 10.4.1933.

Anmerkung: Im Handbuch der Ämter und Landgemeinden in der Rheinprovinz und in der Provinz Westfalen, Preußischer Landgemeindetag West, Berlin 1931 werden für die Gemeindevertretung Nickenich 2 Mandate für Zentrum und 10 Mandate für Sonstige angegeben. Ob es sich bei den beiden für das Zentrum angegebenen Mandaten um die Mandatsträger der Gewerbetreibenden handelt, kann vermutet werden, ist aber nicht belegt. Jedenfalls ist das Zentrum in Nickenich nie mit einer Liste zu den Kommunalwahlen angetreten.

12.03.1933

Wirtschaftliche Arbeitervereinigung: 6 Mandate*

Nationalsozialisten: 3 Mandate**

Bürgerliste: 2 Mandate***

Handel und Gewerbe: 1 Mandat****

Mandatsträger:

*Oswald Gesell, Nikolaus Henn, Johann Sattler, Matthias Waldecker, Josef Funk, Jakob Windheuser

**Johann Müller, Matthias Engel, Josef Schmitt

***Karl Wilhelm Lohner, Karl Ignaz Müller

****Karl Adler

Im Protokoll vom 12.4.1933 ist der Verordnete Krings aufgeführt, der allerdings nicht als gewählter Mandatsträger von der Andernacher Volkszeitung in der Ausgabe vom 14.3.1933 genannt wird. Möglicherweise hat sich in den 4 Wochen nach der Wahl bis zur Sitzung hier eine Veränderung der gewählten Verordneten ergeben.   Offenbar hat Nik. Krings das Mandat von Karl Ignaz Müller (Bürgerliste) übernommen hat. Hierfür spricht, dass Joh. Müller das Protokoll unterzeichnet hat, was wohl nicht der Fall gewesen wäre, wenn sein Mandat durch Krings übernommen worden wäre. Die von Krings vorgetragene Eloge auf Hindenburg und Hitler und die Bedeutung des Tages im Zeichen der nationalen Erhebung, sind typische Aussagen eines zwar nicht der NSDAP direkt angehörenden Mandatsträgers, aber eines Befürworters aus Sicht der Nationalen Front.

Augenscheinlich sind auch weder der kommissarische Vorsteher Anton Sattler noch der gewählte Vorsteher Nikolaus Stein, Mandatsträger. Oswald Gesell, bisheriger Gemeindevorsteher aus den Reihen der Arbeitervereinigung, wurde lt. Protokoll am 10.4.1933, also 2 Tage vor der Sitzung, „beurlaubt“. Unter welchen Umständen Anton Sattler zwischen dem 10. und 12.4. „kommissarisch“ als Gemeindevorsteher bestellt wurde und fungierte, geht aus dem Protokoll nicht hervor.

Auch in den nachfolgenden Protokollen bis Ende der 1930er Jahre ist immer davon die Rede, dass der komm. Vorsteher Anton Sattler die Sitzungen leitet, obwohl die Sitzungsleitung Nikolaus Stein als gewähltem Vorsteher zugestanden hätte. Er wird überhaupt nicht mehr als Gemeindevorsteher genannt. Bei der Wahl erhielt Anton Sattler lediglich 5 Stimmen, Nikolaus Stein 7 Stimmen. Ob und wann Nikolaus Stein „beurlaubt“ wurde oder aus anderen Gründen das Amt des Vorstehers nicht ausübte und Anton Sattler evtl. durch eine spätere Wahl in das Amt kam, ist protokollmäßig nicht belegt. Ab Ende der 1930er Jahre wird Anton Sattler als Bürgermeister in den Protokollen bezeichnet, ohne dass auf eine entsprechende Wahl hingewiesen wird.

 

Die nachstehende wortgetreue Wiedergabe des Protokolls der Sitzung vom 12. April ist vor dem Hintergrund historischer Ereignisse und politischer Umwälzungen ein kleines Abbild der sich abzeichnenden totalen Einflussnahme der neuen „Machthaber“ im ganzen Reich.

(s. auch nachstehender Bericht der Andernacher Volkszeitung vom 14. März 1933 über die „Beurlaubung“ des Kölner Oberbürgermeisters Adenauer und weiterer „Beurlaubungen“.)

Das Ergebnis der Wahlen zum Gemeinderat in Nickenich, 6 Wochen nach der „Machtergreifung“, ist hier wie auch im Reich der letzte Ausdruck demokratischer Willensbildung. Die Hälfte der Mandate errang zwar die Wirtschaftliche Arbeiter-Vereinigung, die NSDAP „lediglich“ ein Viertel, und auch mit der sogenannten Nationalen Front reichte es zusammen nicht zur Mehrheit. Obwohl lt. Protokoll der Verordnete Lohner mitteilte, „dass die Vertreter der Bürgerliste sich nicht mit denjenigen der N.S.D.A.P zu einer Fraktion zusammengeschlossen haben“, bildeten die Bürgerliste und die NSDAP wohl die sogenannte „Nationale Front“. Lohner (Bürgerliste) und Müller (NSDAP) legten nämlich im Namen der Nationalen Front Protest und Einspruch gegen die Wahl des Gemeindevorstehers und seines Stellvertreters ein. Die einfache Mehrheit der Arbeiterliste reichte nicht aus, ihren Kandidaten durchzusetzen. Lediglich die Position des Stellvertreters aus ihren Reihen konnte durchgesetzt werden. Es hat den Anschein, dass der Verordnete der Handel- und Gewerbeliste jeweils als Zünglein an der Waage den Ausschlag dafür gegeben, dass kein Kandidat der Nationalen Front zum Zuge kam, aber auch kein Kandidat der größten Fraktion, nämlich der Arbeitervereinigung. Ein aufgezwungener Kompromiss führte wohl zur Wahl von Nikolaus Stein, der allerdings kein Mandat innehatte. In diese Richtung zielt möglicherweise die Anmerkung im Protokoll des Verordneten und vormaligen Vorstehers Gesell zum Verzicht der Arbeitervereinigung hinsichtlich eines Vorschlags für die Besetzung der Position des Gemeindevorstehers. Bezeichnend ist auch, dass das Protokoll nicht wie üblich vom gewählten Vorsteher und seinem Stellvertreter, sondern vom kommissarischen Vorsteher Anton Sattler und dem Verordneten Nikol. Krings unterzeichnet wurde. Beide Protagonisten der NSDAP bzw. der Nationalen Front und beide bei den Wahlen zum Gemeindevorstand durchgefallen.

Wortgetreue Nachschrift des Protokolls vom 12.4.1933: (s. auch Anlage 4)

 

„Der Gemeinderat besteht aus 13 Personen. Anwesend waren unter dem Vorsitz des kommissarischen Gemeindevorstehers Anton Sattler die Mitglieder:

  1. Müller
  2. Schmitt
  3. Engel
  4. Sattler, Johann
  5. Krings
  6. Lohner
  7. Adler
  8. Gesell
  9. Windheuser
  10. Henn
  11. Waldecker
  12. Funk

Außerdem war Bürgermeister Hasdenteufel anwesend.

                                                                                                      Verhandelt, Nickenich, den 12. April 1933

             Die Gemeindevertretung, unter Mitteilung der zur Beratung kommenden Gegenstände am 3. d. Mts. schriftlich zur Sitzung eingeladen, war heute in beschlußfähiger Anzahl, wie nebenstehend verzeichnet, versammelt.

                                               Tagesordnung:

  1. Einführung des neuen Gemeinderates.
  2. Beschlußfassung über die Gültigkeit der Gde. Wahl
  3. Wahl des Gemeindevorstehers.
  4. Wahl des stellvertr. Gemeindevorstehers.
  5. Wahl der örtlichen Kommissionen.
  6. Wasserrecht Heimschule

Vor Eintritt in die Tagesordnung dankte der Bürgermeister dem am 10. d. Mts. beurlaubten bisherigen Gemeindevorsteher Oswald Gesell sowie dem stellvertr. Gdmvorst. Joh. Sattler für die im Interesse der Gde. geleisteten Dienste.

Sodann wurde der kommissarische Gemeindevorsteher Anton Sattler durch den Bürgermeister vereidigt und übernahm den Vorsitz.

Verordneter Nikol. Krings hielt sodann eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung des Tages im Zeichen der nationalen Erhebung hinwies u. brachte ein Hochruf dem Reichspräsidenten von Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler aus.

Zu 1 Die Verordn. wurden eingeführt und d. Handschlag verpflichtet.

Zu 2. Da Einsprüche gegen die Wahl vom 12.3.33 nicht eingegangen sind, wird ihre Gültigkeit beschlossen.

Verordn. Lohner teilte mit, daß die Vertreter der Bürgerliste sich nicht mit denjenigen der N.S.D.A.P. zu einer Fraktion zusammengeschl. haben.

Zu 3. Zum Gemeindevorsteher wurde Nikolaus Stein mit 7 Stimmen gewählt. 5 Stimmen erhielt Anton Sattler. Verordn. Müller legte im Namen der nationalen Front gegen die Wahl Protest ein.

Zu 4. Der Verordn. Joseph Funk wurde mit 7 Stimmen zum stellv. Gemeindevorsteher gewählt. Der Verordn. Nikl. Krings erhielt 5 Stimmen. Gegen die Wahl legte der Verordn. Lohner im Namen der nationalen Front Einspruch ein.

Die Punkte 5 und 6 wurden vertagt.

Zu Deputierten des Forstverwaltungsverbandes wurden der jeweilige Gemeindevorsteher und der Verordn. Johann Sattler gewählt.

Es wird noch vermerkt, daß der Verordn. Gesell zu Punkt 3 erklärt hat, die Arbeitervertreter würden von einem Vorschlag zur Gemeindevorsteherwahl absehen mit Rücksicht auf die augenblicklichen politischen Verhältnisse. F Sie würden jedoch auch in Zukunft, wie dies auch bisher geschehen sei, stets zum Wohle der Gemeinde und des Staates mitarbeiten.

Sodann wurden die Bestimmungen der Verordnung zur Behebung von Mißständen in der gemeindlichen Verwaltung vom 22.3.1933, §§ 1 bis 3 bekanntgegeben.

F und zwar in der Hauptsache deshalb, weil die Bestätigung dieser Person durch die Aufsichtsbehörde nicht zu erwarten sei.

Anton Sattler                               Müller Joh.

Nik. Krings“

Vor dem Hintergrund der Ereignisse des Jahres 1933 nachstehend, auch zum Vergleich, die Ergebnisse der Kommunalwahlen in den Gemeinden der damaligen Bürgermeisterei Andernach-Land: (lt. Veröffentlichung in der Andernacher Volkszeitung vom 14.3.1933)

Eich:

Gewerbetreibende und Handwerker: 1 Mandat: Anton Frickel, Händler und Kriegsbeschädifter

Bäuerliche Liste: 2 Mandate: Peter Waldecker, Landwirt, Joseph Kill, Landwirt

Vereinigte Arbeiterliste: 3 Mandate: Jakob Schäfgen, Steinhauer, Heinrich Probst, Bahnarbeiter, Fritz Hoppen, Steinmetz

Kruft:

Zentrum: 3 Mandate: Wilhelm Betzing, Landwirt, Joh. Jos. Elzer, Arbeiter, Matth. Marzi, Kriegsbeschädigter

Freie Arbeitnehmer: 2 Mandate: Peter Fell, Werkmeister, Georg Henn, Arbeiter

Nationale Bürgerliste: 1 Mandat: Franz Eckhardt, Lehrer, Kriegsbeschädigter

Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe: 4 Mandate: Johann Weiler, Landwirt, Joseph Röder, Bauunternehmer, Peter Joseph Luxem, Landwirt, Joseph Krings, Gastwirt und Händler

Christliche Arbeitnehmer: 1 Mandat: Peter Palluch, Arbeiter

Industrie, Beamte und Angestellte: 1 Mandat: Franz Sehnem, Fabrikdirektor

Miesenheim:

Landwirtschaft und Gewerbe: 4 Mandate: Joh. Hoffmann, Landwirt, Franz Joseph Müller, Fuhrunternehmer, Matthias Hoffmann, Landwirt, Joseph Feiten, Schmiedemeister

Liste der Arbeitnehmer: 2 Mandate: Heinrich Frank, Packer, Matthias Hessel, Bimsarbeiter

Christliche Arbeiterpartei: 6 Mandate: Joseph Saftig, Arbeiter, Peter Müller, Arbeiter, Joseph Pitsch, Arbeiter, Nikolaus Becker, Arbeiter, Karl Ring, Arbeiter, Kaspar Reißdorf, Arbeiter

Plaidt:

Nationalsozialisten: 1 Mandat: August Unger, Gewerbetreibender

Freie Arbeiter und Angestellte: 6 Mandate: Joh. Michel Rollmann, Sebastian Kowalski, Steinmetz, Albert Iven, Telegraphenaufseher, Anton Müller, Arbeiter, Johann Rohm, Heizer, Christoph Butz, Arbeiter,

Allg. christl. Arbeiterpartei: 2 Mandate: Peter Vogt, Arbeiter, Joh. Schwindenhammer, Arbeiter

Allg. Bürgerliste: 3 Mandate: Joseph Unger, Bäckermeister, Peter Mürtz, Landwirt, Joh. Stephan Weinand, Fabrikbesitzer

Saffig:

Arbeiterliste: 3 Mandate: Klemens Knieper, Arbeiter, Jos. Hirsch, Schriftsetzer, Anton Schellhemmer, Stellmacher

Landwirtschaft und Gewerbe: 4 Mandate: Karl Schmitz, Landwirt, Richard Ackermann, Gärtner, Anton Weber, Landwirt, Ph. Hilden, Anstreicher

Liste Krämer, Arbeiterpartei: 2 Mandate: Joseph Krämer, Arbeiter, Jakob Gering, Arbeiter

Liste Kalt Jakob: 3 Mandate: Jakob Kalt, Landwirt, Dr. Laskowski, Joseph Zilligen, Landwirt

Namedy:

Arbeitsgemeinschaft: 3 Mandate: Anton Jox, Karl Eiferl, Philipp Hartung

Kath. Bürgerpartei: 1 Mandat: Barthel. Fuchs

Nationaler Block: 1 Mandat: Prinz Albrecht v. Hohenzollern

Nationale Kopf- und Handarbeiter: 1 Mandat: Jakob Roos jun.

 

Erstaunliche Ergebnisse 1 ½ Monate nach dem 30. Januar 1933 und 2 Wochen nach dem Reichstagsbrand. Letzterer wurde ja auch dazu missbraucht, mit intensivster Propaganda massiv Einfluss zu nehmen, die NSDAP zu bestätigen. Das ist am 12.3.33 noch nicht gelungen. In nur 2 (Nickenich und Plaidt) von 7 Gemeinden des Amtes Andernach-Land trat die NSDAP überhaupt an und hat dort klar verloren: In Nickenich errang man 3 Mandate von 12 und in Plaidt sogar nur 1 Mandat von 12.

 

Zurück nach Nickenich:

 

Im März 1945 wurde Oswald Gesell kommissarisch durch die Besatzungsbehörden als Bürgermeister eingesetzt.

 

Wahlergebnisse nach dem 2. Weltkrieg:

 

15.09.1946

CDP: 505 Stimmen = 53,8 % = 4 Mandate*

WAV: 434 Stimmen = 46,2 % = 4 Mandate**

Mandatsträger:

* Josef Müller II, Peter Saftig, Peter Bermel, Johann schmitz

**Jakob Windheuser, Peter Schmitt, Anton Möffert, Josef Schneider

Zum Bürgermeister wurde am 22.9.1946 Peter Schmitt gewählt.

 

14.11.1948

Zu dieser Kommunalwahl gab es nur einen Listenvorschlag. Aufgrund der sog. Mehrheitswahl erhielt die WAV sämtliche Mandate.

Mandatsträger waren: Josef Schneider, Peter Schmitt, Peter Bous, Johann Wilkes II, Peter Lohner II, Peter Fuchs, Anton Breitbach II, Anton Möffert II, Nikolaus Henn, Matthias Waldecker II, Josef Schmitz, Franz Elzer II, Gilbert Fuchs, Josef Seul, Otto Regolot

Zum Bürgermeister wurde Peter Schmitt gewählt. Nach dem Tod von Peter Schmitt wählte der Gemeinderat Johann Wilkes II zum Bürgermeister.

09.11.1952

WAV: 717 Stimmen = 59,6 % = 9 Mandate*

Liste Adams: 486 Stimmen = 40,4 % = 6 Mandate**

Mandatsträger:

*Josef Schneider, Johann Wilkes, Nikolaus Henn, Otto Regolot, Toni Breitbach. Hermann Funk, Peter Bous, Hanni Rollmann, Robert Bermel

** Franz Adams, Peter Bermel, Jakob Koch, Bruno Krings, Fritz Stein, Alfons Wohde

Zum Bürgermeister wurde Johann Wilkes gewählt.

 

11.11.1956

WAV: 573 Stimmen = 46,3 % = 7 Mandate*

CDU: 578 Stimmen = 46,7 % = 7 Mandate**

Liste Fußhöller: 86 Stimmen = 7 % = 1 Mandat***

Mandatsträger:

* Johann Wilkes, Josef Schneider, Peter Bous, Toni Breitbach, Alois Klein, Werner Gross, Hanni Rollmann

**Peter Bermel, Fritz Stein, Jakob Koch, Alfons Wohde, Nikolaus Auer, Josef Breitbach, Peter Windheuser

*** Johannes Müller

Zum Bürgermeister wurde Josef Breitbach gewählt.

23.10.1960

WAV: 622 Stimmen = 47,2 % = 7 Mandate*

CDU: 642 Stimmen = 48,6 % = 8 Mandate**

FDP: 55 Stimmen = 4,2 % = 0 Mandat.

Mandatsträger:

*Josef Schneider, Otto Regolot, Peter Bous, Alois Klein, Werner Gross, Franz Nillius, Heinrich Schmitt

**Josef Breitbach, Jakob Koch, Peter Saftig, Peter Bermel, Fritz Stein, Nikolaus Auer, Werner Lohner, Peter Windheuser

Zum Bürgermeister wurde Peter Saftig gewählt.

25.10.1964

WAV: 799 Stimmen = 57,1 % = 9 Mandate*

CDU: 601 Stimmen = 42,9 % = 6 Mandate**

Mandatsträger:

* Josef Schneider, Franz Nillius, Peter Bous, Heinrich Schmitt, Alois Klein, Otto Regolot (Nachfolger Robert Bermel), Engelbert Mosebn, Josef Henn, Werner Gross

**Werner Lohner, Josef Breitbach, Nikolaus Auer, Jakob Koch, Peter Saftig, Bernhard Kettner

Zum Bürgermeister wurde Josef Schneider gewählt und nach seinem Tod im Jahre 1967 am 19.1.1968 Franz Nillius.

08.06.1969

WAV: 988 Stimmen = 68,1 % = 10 Mandate*

CDU: 462 Stimmen = 31,9 % = 5 Mandate**

Mandatsträger:

*Franz Nillius, Anton Asbach, Helmut Assenmacher, Robert Bermel, Werner Gross, Josef Henn, Alois Klein, Ottmar Kohns, Engelbert Mosen, Heinrich Schmitt

**Johannes Andernach, Bernhard Kettner, Andreas Kistner, Werner Lohner, Oswald Schwarz

Zum Bürgermeister wurde Franz Nillius gewählt.

 

17.03.1974

WAV: 1227 Stimmen = 68,4 % = 13 Mandate*

CDU: 568 Stimmen = 31,6 % = 6 Mandate**

Mandatsträger:

*Franz Nillius, Werner Gross, Engelbert Mosen, Helmut Gesell, Josef Henn, Hans Egon Schwarz, Erika Fuchs, Walter Luxem, Egon Bender, Hermann Vogel, Helmut Assenmacher, Edmund Massner, Ottmar Kohns

** Otto Mosen, Rolf Gönner, Theo Lohner, Manfred Waldecker, Werner Lohner, Werner Cornet

Zum Bürgermeister wurde Franz Nillius gewählt.

 

10.06.1979

WAV: 1336 Stimmen = 71,7 % = 14 Mandate*

CDU: 527 Stimmen = 28,3 % = 4 Mandate**

Mandatsträger:

*Franz Nillius, Werner Gross, Engelbert Mosen, Helmut Assenmacher, Hans Egon Schwarz, Ottmar Kohns, Helmut Gesell, Walter Luxem, Erika Fuchs, Hermann Vogel, Egon Bender, Edmund Massner, Werner Schäfer, Helmut Mosen

** Manfred Waldecker, Theo Lohner, Rolf Gönner, Werner Lohner, Otto Mosen.

Zum Bürgermeister wurde Franz Nillius gewählt.

 

 

 

17.06.1984

WAV: 1327 Stimmen = 69,5 % = 14 Mandate*

CDU: 582 Stimmen = 30,5 % = 6 Mandate**

Mandatsträger

*Franz Nillius, Werner Gross, Engelbert Mosen, Heinz Renz, Helmut Assenmacher, Theo Berscheid, Ottmar Kohns, Hans Egon Schwarz, Helmut Gesell, Edmund Massner, Hermann Vogel, Egon Bender, Erika Fuchs, Walter Luxem

** Manfred Waldecker, Clemens Auer, Werner Lohner, Otto Mosebn, Rolf Gönner, Helmut Jülich.

Zum Bürgermeister wurde Franz Nillius gewählt.

 

18.06.1989

Nach dem neuen Kommunalwahlrecht kommen erstmals nicht mehr die Einzelstimmen zur Geltung, sondern das kumulative Stimmrecht, wonach jeder Wähler bis zu 6 Stimmen auf einen Kandidaten vergeben kann.

WAV: 71,3 % = 15 Mandate*

CDU: 28,7 % = 5 Mandate**

Mandatsträger:

* Franz Nillius, Werner Gross, Heinz Renz, Theo Berscheid, Gottfried Busch, Martina Vogel, Helmut Mosen, Erika Fuchs, Ottmar Kohns, Werner Schäfer, Helmut Assenmacher, Hans Egon Schwarz, Peter Büscher, Klaus Stein, Edmund Massner

**Rolf Gönner, Manfred Waldecker, Brigitte Koch, Clemens Auer, Reinhard Bous

Zum Bürgermeister wurde Franz Nillius gewählt. Nach dessen Rücktritt 1992 wählte der Gemeinderat Gottfried Busch zum Bürgermeister.

12.06.1994

WAV: 71,7 % = 14 Mandate*

CDU: 28,3 % = 6 Mandate**

Mandatsträger:

*Helmut Assenmacher, Lothar Berresheim, Theo Berscheid, Peter Büscher, Martina Daun, Ingrid Gross-Schilling, Ottmar Kohns, Edmund Massner, Simone Neunzig-Mosen, Heinz Renz, Werner Schäfer, Hans Egon Schwarz, Klaus Schwarz, Klaus Stein

**Clemens Auer, Reinhard Bous, Brigitte Koch, Doris Schmitz, Patrick Schmitz, Manfred Waldecker

Direktwahl zum Bürgermeister: Gottfried Busch (79,3 %)

 

13.06.1999

WAV: 62,7 % = 13 Mandate*

CDU: 37,3 % = 7 Mandate**

Mandatsträger:

* Theo Berscheid, Helmut Böffgen, Tatjana Bonn, Martina Daun, Ingrid Gross-Schilling, Kerstin Krings, Michael Krings, Edmundd Massner, Simone Neunzig-Mosen, Heinz renz, Ulrike Schneider, Hans Egon Schwarz, Klaus Stein.

** Dirk Aldenhoven, Reinhard Bous, Hildegard Görgen, Helmut Jülich, Doris Schmitz, Manfred Waldecker, Bernd Weller

Direktwahl zum Bürgermeister: Gottfried Busch (77,99 %)

13.06.2004

WAV: 59,8 % = 12 Mandate*

CDU: 40,2 % = 8 Mandate**

Mandatsträger:

* Claudia Ahnen, Helmut Böffgen, Tatjana Bonn, Martina Daun, Inbgrid Gross-Schilling, Michael Krings, Edmund Massner, Simone Neunzig-Mosen, Heinz Renz, Hans Egon Schwarz, Klaus Stein, Bernd Vogel

**Hermann Bous, Reinhard Bous, Hildegard Görgen, Helmut Jülich, Delev Leersch, Doris Schmitz, Manfred Waldecker, Bernd Weller

Direktwahl zum Bürgermeister: Gottfried Busch (69,21 %)

 

07.06.2009

WAV: 58,4 % = 12 Mandate*

CDU: 41,6 % = 8 Mandate**

Mandatsträger:

*Claudia Ahnen, Helmut Böffgen, Tatjana Boos, Sebastian Busch, Martina Daun, Ingrid Gross-Schilling, Michael Krings, Edmund Massner, Simone Neunzig-Mosen, Hans Egon Schwarz, Klaus Stein, Bernd Vogel

** Melanie Aldenhoven, Hermann Bous, Reinhard Bous, Hildegard Görgen, Detlev Leersch, Doris Schmitz, Manfred Waldecker, Burghard Weber

Direktwahl zum Bürgermeister: Gottfried Busch (62,18 %)

 

25.05.2014

WAV: 60,4 % = 12 Mandate*

CDU: 39,6 % = 8 Mandate**

Mandatsträger:

*Claudia Ahnen, Marco Bonn, Tatjana Boos, Sebastian Busch, Martina Daun, Ingrid Gross-Schilling, Lars Lespagnol, Lukas Mosen, Hans Egon Schwarz, Klaus Stein, Nadja Stein, Michael Vogel.

** Werner Becker, Veronika Bley, Jannik Böffgen, Hermann Bous, Reinhard Bous, Hildegard Görgen, Detlev Leersch, Dominik Leersch

Direktwahl zum Bürgermeister: Gottfried Busch (72,18 %)

 

Bürgermeister Gottfried Busch verstarb am 17.5.2018.

 

Am 23.9.2018 wurde Detlev Leersch mit 87,35 % der abgegebenen Stimmen zum Bürgermeister von Nickenich gewählt.

26.05.2019

WAV: 56,45 % = 11 Mandate*

CDU: 43,55 % = 9 Mandate**

Mandatsträger:

*Claudia Ahnen, Marco Bonn, Tatjana Boos, Sebastian Busch, Martina Daun, Michael Krings, Simone Neunzig-Mosen, Hans Egon Schwarz, Stephan Schwarz, Nadja Stein, Michael Vogel.

**Werner Becker, Veronika Bley, Jannik Böffgen, Hermann Bous, Reinhard Bous, Hildegard Görgen, Staefanie Lohner, Dominik Leersch, Markus Sauter.

Direktwahl zum Bürgermeister: Detlev Leersch (83 %)