Historisches Nickenich

Entstehungsgeschichte

Archäologischen Funden zufolge war Nickenich vor weit über 2000 Jahren Siedlungsplatz der Kelten (Tumulus-Grabmalfund, Brandgräber und Urnen im Ortsbereich). Spuren aus der keltischen Siedlungsperiode wurden noch 1993 und 1994 vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz in Mainz in der Nickenicher Gemarkung „auf dem Hönsenacker“ entdeckt und freigelegt. Der keltischen Siedlungsperiode folgten etwa um 50 v. Chr. die Römer. In einer Urkunde vom 5. Mai 1069, in der Papst Alexander II. eine Schenkung Bischof Odos von Toul (1052–1069) über ein Viertel der Nickenicher Eigenkirche mit 400 Morgen Land an das Kloster St. Salvator in Toul bestätigt, wurde Nickenich als Nethenis erstmals erwähnt. Auch eine Herleitung aus dem Festlandkeltischen wird in Erwägung gezogen. So soll zur Zeit der Kelten und Römer die Siedlung aus Villen und Höfen „NIGIDIACUM“ (lateinische Form aus keltisch „NIGIDIACOS“) geheißen haben und so viel wie „Siedlung des NIGIDIUS“ bedeuten, ähnlich wie Andernach aus „ANTUNNACUM“ (keltisch „ANTUNNACOS“). Nach dem Weggang der Römer siedelten die Franken in der Region.

Seit dem 12. Jahrhundert ist die Existenz von Nickenich beinahe lückenlos als Ort nachgewiesen. Große Ritterfamilien und hochgestellte Persönlichkeiten lebten hier, zum Beispiel die Ritter Gramann von Nickenich (1373–1518) und die Ritter von Nickenich, später Ritter von dem Weiher zu Nickenich nach der Belehnung des Weiherhofs.

Der Winkelinhof/Karthäuserhof, ein ehemals kurtrierische Lehnshof  mit Gebäuden von 1755 war seinerzeit im Besitz des Rittergeschlechts der Winkel von Nickenich. Nach Erlöschen des Rittergeschlechtes wurde er 1340 vom Erzbischof und Kurfürsten von Trier, Balduin von Luxemburg dem Karthäuserkloster St. Alban übertragen.

Die ältesten urkundlich bezeugten Schreibweisen für Nickenich sind: Nikedich (1163), Nekedich, Neckendich (15. Jahrhundert).

 

Zeittafel

  • ab ca.  700 v. Chr. Kelten
  • ab ca.    50 v. Chr. Römer
  • ab ca. 450 n. Chr. Franken
  • 1069 n. Chr. Erstmalige Erwähnung Nickenichs als Nethenis
  • 1163 Nikedich; 15. Jahrh., Nikendich, Nekedisch, (= Siedelung des Nigid(i)us)
  • 1563 96 Feuerstellen (Häuser bzw. Familien) in Nickenich, in der Größe vor Kottenheim (72) Niedermendig (58) und Plaidt (48)
  • 1677 Burgtor/Zehntscheune

errichtet von Domprobst Baron Heinrich Ferdinand von der Leyen zu Nickenich; Zehntscheune der ehemaligen Burg; Bruchsteinbau, Krüppelwalmdach
Hauptstraße 83/85

  • 1754 ehemaliges Pfarrhaus;

Krüppelwalmdachbau, Gesamtanlage mit Kirche;
Zehntstraße 13

  • 1755 Karthäuserhof;

barocke Anlage, bezeichnet 1755; elfachsiger Walmdachbau, zwei Tore, eines bezeichnet 1857, Scheune;
Zehntstraße 5/7

  • vor 1834 Rathaus; alte Schule;

zweigeschossiger Bruchsteinbau mit Lisenengliederung, vor 1834 nach Plänen von Architekt Johann Claudius von Lassaulx, Koblenz;
Kirchstraße 2

  • 1845-48 Katholische Pfarrkirche St. Arnulf; 

romanischer Turm, neuromanische Hallenkirche, Bruchstein, Rundbogenstil,  Architekt Johann Claudius von Lassaulx, Koblenz;
Zehntstraße 15

  • Grafen-/Rittergeschlechter
    • 1300-1340 Ritter Winkelin oder Winkel von Nickenich (WInkelinhof später Karthäuserhof)
    • 1373–1518 Ritter Gramann von Nickenich (Weiherhof)
    • - 1616 Ritter von dem Weiher zu Nickenich (Weiherhof)
  • - 1796 ? Burg Nickenich

Lehensinhaber des Burggutes

    • von Are
    • Ritter Meinfelder (Meinfelderhaus) bis 1467
    • Ritter Schilling von Lahnstein (Schillingsburg) seit 1518
    • Ritter von der Leyen bis 1708
    • von Breitbach-Bürresheim bis 1796

 

 

Literaturnachweis:

Wikipedia

Dr. Carl Wilkes 1925, Nickenich in der Pellenz