Am 3. Juni 2017 wird die Wanderausstellung "Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart" um 18:00 Uhr in der Kulturscheune mit einen Vortrag von Herrn Jakob Fischer (Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V.) eröffnet. Da sich in Nickenich und Umgebung viele Nachfahren von Russlanddeutschen aus dem Schwarzmeergebiet (Besserabien) befinden, lädt der Geschichtsverein von Nickenich die Interessierten gerne zum Vortrag sowie zur anschließenden Ausstellung ein. Den Vortragsabend soll ein geselliges Zusammensein der Zuhörer in der Kuturscheune beschließen. Die Ausstellung wird am 4. und 5. Juni sowie am 10. Juni jeweils in der Zeit von 13 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt in der Kulturscheune von Mitgliedern des Geschichtsvereins betreut werden.

Viele Deutsche folgten dem Ruf der russischen Zarin
Die Ausstellung selbst zeigt mit Tafeln und Schaubildern, Vorträgen und Filmen das wechselvolle Schicksal und illustriert die Historie und die kulturellen Verknüpfungen der Russlanddeutschen mit dem riesigen Land Russland.
Die Ausreise der Deutschen aus verschiedenen deutschen Kleinstaaten nach Russland hängt mit dem Manifest der Zarin Katharina II. zusammen, die von 1762 bis 1796 das Russische Zarenreich regierte.
Die Auswanderung erfolgte angefangen von 1764 /1765bis 1862 mit der Gründung von 3.536 deutschen Siedlungen an der Wolga, in der Ukraine, im Kaukasus, Wolhynien und Bessarabien.
Diese deutschen Kolonien wurden streng nach der Religionszugehörigkeit in den von Russland neueroberten Gebieten der ehemaligen Weltreiche der Mongolen und Osmanen angelegt. Doch bereits im Mittelalter siedelten Deutsche im Baltikum, ab dem 16. Jahrhundert in Moskau und ab 1703 in St. Petersburg.

Die Ausstellung zeigt diese interessante Geschichte, aber auch die Kriegsfolgenschicksale der Deutschen aus Russland, welchen Vorurteilen die Russlanddeutschen in Deutschland begegneten und begegnen und wie ihre Integration gelingt.

Deutsche in Russland:von Vorbild zum Sündenbock
Die heimisch gewordenen und seit fast 200 Jahren hoch geachteten Russlanddeutschen mussten jedoch nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunionim Jahr 1941 dort einen unbeschreiblichen Leidensweg antreten. Zigtausende Russlanddeutsche verloren ihr Leben durch Deportation, Verschleppung und Ermordung, weil der sowjetische Diktator Stalin sie der Kollaboration(Zusammenarbeit) mit Hitler-Deutschland verdächtigte.

Deutsche in der Sowjetunion zwischen Bleiben und Gehen. Die Rückkehr nach Deutschland
Hunderttausende kamen in den 1990er Jahren zurück in das Land ihrer Vorfahren, das für sie als Synonym für Hoffnung und Gerechtigkeit stand –Deutschland. Vorurteile und Ablehnung schlugen vielen von ihnen entgegen von Menschen, denen alles Fremde fremd ist. Seit 1950 konnten rund 2,8 Millionen deutsche Aussiedler aus der ehem. UdSSR nach Deutschland zurückkehren, dank geduldiger Diplomatie und erfolgreicher Entspannungspolitik  besonders nach 1990.

Die Ausstellung dokumentiert auch, wie die russlanddeutschen Rückkehrer unter oftmals schwierigen Bedingungen in Deutschland wieder Fuß fassten, ihre Integration in die Nachkriegsgesellschaft geschafft haben und wie gerade in Rheinland-Pfalz Deutsche aus Russland heute das Land in vielfacher Weise mitgestalten.